Verziert mit einem vergoldeten Leguan und einem Früchtebouquet, das von einer Ananas gekrönt wird, ist ein aufwendiges Stück queerer Geschichte am 24. April für 300.000 € (350.000 $) in der Berliner Niederlassung des deutschen Auktionshauses Lempertz verkauft worden. Die etwas über 116 Zentimeter hohe Porzellanvase soll als Geschenk von Kaiser Wilhelm II, dem letzten Kaiser Deutschlands, an seinen Freund Prinz Philipp zu Eulenburg-Hertefeld angefertigt worden sein.
Heute wenig bekannt, stand die Beziehung zwischen dem Kaiser und dem Prinzen im Mittelpunkt eines Skandals, der sogenannten Eulenburg-Affäre, die laut dem deutschen Historiker Norman Domeier ganz Europa in seinen Grundfesten erschütterte und die öffentliche Meinung über die Monarchie veränderte.
Wilhelm II. bestieg 1888 den deutschen Thron. Als Kaiser hatte Wilhelm den Ruf eines verantwortungslosen, unsicheren und unberechenbaren Führers, der von seiner eigenen Presseberichterstattung besessen war und zunehmend autoritäre Tendenzen entwickelte.
